Medienkompetenz, digitale Kompetenz, Informationskompetenz

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Mit Medien- und IT-Kompetenz befassten sich im Rahmen des Dialogs Bildung 4.0 in Spelle (v. l. n. r.): Marc Schrey, Steffen Vogt, Simon Hardt, Jennifer Gray, Dr. David Frink und Dr. Henning Klaffke

Digitalpakt umsetzen und Bildung für die digitale Welt gestalten.
Lehrkräfte und Personalverantwortliche informierten sich zum Thema Medien- und IT-Kompetenz. Der DigitalPakt Schule ist zwar beschlossen, aber im Rahmen der Umsetzung braucht jede Schule nicht nur gute Ausstattung und IT-Administration, sondern auch Konzepte zur digitalen Bildung. Hier setzte eine Veranstaltung der VME-Stiftung Osnabrück-Emsland an, die Lehrkräfte und Personalverantwortliche Ende Mai nach Spelle zu einem „Dialog Bildung 4.0“ eingeladen hatte.

Über 60 Teilnehmer kamen zur Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH und Co. KG, um sich über Medien- und IT-Kompetenz in Schule, Ausbildung und Studium auszutauschen. Steffen Vogt, Bildungsreferent der VME-Stiftung, hob hervor, dass die zunehmende Digitalisierung neue Kompetenzen im Umgang mit Medien und Technologien erfordere und sich daher die Frage stelle, wie junge Menschen ausreichend vorbereitet werden können. Zu einem gemeinsamen Verständnis, welche Fähigkeiten mit Medienkompetenz heute gemeint und gefragt sind, trug der Impulsvortrag von Dr. Henning Klaffke vom Institut für Technische Bildung und Hochschuldidaktik der Technischen Universität Hamburg bei. Er erläuterte die Perspektiven, die jeder braucht, um Informationen in einer medialen, technisch vernetzten Welt einordnen zu können. „Eine Schule mit Smartboards vollzubauen, bedeutet nicht Digitalisierung“, so Klaffke. Es gehe darum, die Funktionsweisen digitaler Systeme zu kennen und sie anwenden zu können. Außerdem müsse man die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Medien betrachten. Dies sei insbesondere wichtig, um Informationen beurteilen und eigene Standpunkte entwickeln zu können.
Dass dies im Unterricht gelingen kann, zeigte das Praxisbeispiel „Vermittlung von Medien und IT-Kompetenz im Unterricht“ von Simon Hardt, Bildungsgangleiter Berufliches Gymnasium Technik an den Berufsbildenden Schulen Lingen Technik und Gestaltung. Sein Vortrag verdeutlichte, dass Schulen schon seit Jahrzehnten einem stetigen Wandel unterliegen und Lehrkräfte immer schon Lebens- und Arbeitsbereiche mitgestaltet haben. „Der Lehrer bleibt die zentrale Person für einen guten Unterricht“, hob Hardt hervor. Er sehe die Digitalisierung als Chance, weil digitale Medien oft einen didaktischen Mehrwert mit sich bringen. Am Beispiel von Schüler-Projektarbeiten zeigte er, wie erlernte Kompetenzen unter Nutzung neuer Medien durch praktische Anwendung und eigene Erfahrung gefestigt werden können. „Wenn wir erreichen, dass Schülerinnen und Schüler mit dieser Technik arbeiten und sie weiterentwickeln möchten, ist das gut für unsere Zukunft“, so Hardt.

Im allgemeinbildenden Bereich macht auch Marc Schrey als Koordinator Digitalisierung an der Realschule Wallenhorst die
Erfahrung, dass neue Medien mehr selbstgesteuertes Lernen ermöglichen. Der Unterricht wandle sich von lehrerzentriert hin zu schülerzentriert. Er diskutierte gemeinsam mit Jennifer Gray, HR-Directorin der STEMMANN-TECHNIK GmbH in Schüttorf, welche Erwartungen es beim Übergang Schule-Beruf gibt. Als Personalverantwortliche verdeutlichte sie, dass nur das, was Lehrkräfte ihren Schülern mitgeben, in Unternehmen später weiter entwickelt werden könnte. Und sie hatte eine Warnung für den Nachwuchs da-bei: Der Zielgruppe Jugendliche sei vielfach nicht bewusst, wie sehr sie durch Social Media in der Öffentlichkeit stünden – das Netz vergesse nicht.
In der Diskussion mit den Teilnehmern wurde deutlich, dass Digitalisierung in der Schule auch etliche Herausforderungen birgt. Bislang fehlt ein systematisches Curriculum für die Jahrgangsstufen. Wenn interdisziplinär unterrichtet werden soll, müssen die Lehrkräfte Konzepte gemeinsam entwickeln. Sinnvoll könnte gegebenenfalls die Einführung des Faches Informatik sein, das weit mehr sei als nur Programmierung, sondern auch Fragen im Zusammenspiel von Technik und Gesellschaft behandle. Letztlich gehe es darum, Bildung für eine digitale Welt gemeinsam zu gestalten.